Geschichte

Die Wohnungsgenossenschaft Ebersberg eG

Durch die Folgen des zweiten Weltkrieges sowie die sich anschließende Flucht und Vertreibung von Millionen Menschen aus den abgetrennten Ostgebieten herrschten in ganz Deutschland katastrophale Verhältnisse im Wohnungswesen.
Die Heimatvertriebenen, Evakuierten sowie Aussiedler waren in teils menschenunwürdigen Lagern und Baracken auf engstem Raum untergebracht. Alleine im Kreis Ebersberg fehlten seinerzeit ca. 10.000 Wohnungen.

Angesichts dieser dramatischen Verhältnisse gründeten, am 30. August 1947, 55 engagierte Frauen und Männer aus allen Berufsschichten der Bevölkerung des Landkreises die "Wohnungsgenossenschaft für den Landkreis Ebersberg e.G.m.b.H.".
Die konstituierende Hauptversammlung berief unter anderem als "Männer der ersten Stunde" den damaligen Landrat, Herrn Dr. Alois Kessler, in den Vorstand sowie Herrn Eduard Paul zum Vorsitzenden des Aufsichtsrates. Herr Paul war anschließend in unermüdlicher Arbeit maßgeblich am Aufbau der Wohnungsgenossenschaft beteiligt und 12 Jahre lang - bis zu seinem 85. Lebensjahr - Vorsitzender des Aufsichtsrates.

Mit Wirkung zum 01. Juli 1949 konnte die Wohnungsgenossenschaft die damals aus steuerlichen Gründen notwendige Anerkennung als gemeinnütziges Wohnungsunternehmen erhalten. Eine große finanzielle Erleichterung für die Wohnungsgenossenschaft war lange Zeit dadurch gegeben, dass der Landkreis Ebersberg für die Geschäftsräume und einen großen Teil der Personalkosten aufkam. Dieses Engagement des Landkreises ist ausdrück­lich zu würdigen. Besonders zu danken ist dabei allen Landräten seit 1947.
Diese Kostenvermeidung bzw. Kostenminderung trug auch dazu bei, dass die eingezahlten Mitgliedsbeiträge weitgehend für den in der Satzung verankerten Zweck "die Errichtung von Wohnungen für Mitglieder" und die "Überlassung zu angemessenen Preisen" (§ 2 der Satzung) verwendet werden konnten.

Mit Hilfe der Gemeinden Markt Schwaben und Glonn konnten 1949 die ersten Grundstücke erworben und mit der Planung der dringend erforderlichen Wohnungen begonnen werden. Trotz eines geringen Kaufpreises gestaltete sich die Finanzierung schwierig, konnte aber dann mit Unterstützung des Staates, des Landkreises, der Gemeinden und der Mitglieder gesichert werden.
So war es möglich, dass am 15.10.1950 die ersten 18 Familien ihr neues Heim beziehen konnten. Nach dem damaligen Standard war eine Wohnung für 4 Personen ca. 47 qm groß. Ein WC befand sich in jeder Wohnung, je Hauseingang war ein Gemeinschaftsbad im Keller eingebaut. Trotz dieser einfachen Ausstattung waren die Mitglieder und ihre Familien glücklich und zufrieden, endlich wieder menschenwürdig wohnen zu können.
Weitere Neubauten von Wohnanlagen folgten im gesamten Landkreisgebiet in rascher Folge, wobei die Grundstücke vermehrt vom Landkreis und den Gemeinden in der Form von kostengünstigen Erbbaurechten zur Verfügung gestellt wurden. Alleine in den ersten 20 Jahren wurden 20 Anlagen mit insgesamt 292 Wohnungen für den Bestand der Wohnungsgenossenschaft erstellt.

Für diese große ehrenamtliche Aufbauleistung ist die Wohnungs­genossenschaft allen Beteiligten zu großem Dank verpflichtet.

Derzeit sind folgende staatlich geförderte Neubauvorhaben mit einem Zeithorizont bis 2015 in Planung:

  • Ebersberg – 32 Wohnungen
  • Poing - 17 Wohnungen + 5 Reihenhäuser
  • Kirchseeon – 12 Wohnungen
  • Markt Schwaben - 12 Wohnungen + 4 Reihenhäuser
  • Markt Schwaben - 19 Wohnungen

Neben dem Neubausektor mit Ersatzbebauung wird seit vielen Jahren die Wohnungs­modernisierung und die Instandhaltung des Altwohnungsbestandes mit großen Aufwand betrieben. So hat die Wohnungsgenossenschaft derzeit einen Wohnungsbestand von mehr als 570 Wohnungen, der einen zeitgemäßen energetischen Standard aufweist. Damit wird dokumentiert, dass die Wohnungsgenossenschaft großen Wert auf Energieeinsparung legt, die auch den Mietern trotz steigender Energie­kosten durch gleich bleibende oder verminderte Nebenkosten zu Gute kommt.

Abschließend ist festzuhalten, dass in all den Jahren die Geschäftsentwicklung positiv verlaufen ist. Einen herzlichen Dank deshalb an alle, die mit ihren Leistungen zu diesem guten Ergebnis beigetragen haben, besonders den Vorständen und Aufsichtsräten, allen Mitarbeitern, unseren Mitgliedern und dem Landkreis und den Gemeinden des Landkreises.